Kann man Kräuterseitlinge roh essen?

Kräuterseitlinge roh essen
Wer die nahrhaften Kräuterseitlinge roh essen möchte, sollte seinen Körper zunächst an Rohkost gewöhnen. (Foto: thanhlocpham - Pixabay)

Kräuterseitlinge sind nicht giftig und können auch roh gegessen werden. Wer nur selten Rohkost zu sich nimmt, sollte jedoch vorsichtig sein und besser nur kleine Mengen Kräuterseitlinge roh essen.

Der Speisepilz wird auch als „Fleisch des Waldes“ bezeichnet, weil er reich an Proteinen sowie den Vitaminen B1, B5, D und Folsäure ist. Rohe Kräuterseitlinge enthalten aber auch viele Ballaststoffe und liegen Menschen, die nur selten Rohkost essen, deswegen oft schwer im Magen.

Besser bekömmlich sind zubereitete Kräuterseitlinge. Du kannst aus dem vielseitigen Speisepilz beispielsweise Pulled Mushrooms und Carpaccio machen – oder ihn einfach mit etwas Olivenöl in der Pfanne braten.

Wie schmecken rohe Kräuterseitlinge?

Der auch als Königsausternpilz bezeichnete Kräuterseitling schmeckt herzhaft und hat ein schönes nussiges Aroma. Er ist vom Hut bis zum Stil sehr bissfest und wird in der Küche deshalb auch oft als günstigere Alternative zum hochpreisigen Steinpilz verwendet.

Wenn du den Kräuterseitling roh essen möchtest, solltest du darauf achten, dass er besonders frisch ist. In ein feuchtes Küchenpapier eingewickelte Kräuterseitlinge halten zwar bis zu 10 Tage im Kühlschrank, sollten dann aber nur noch zubereitet gegessen werden.

Frische Kräuterseitling erkennst du an den folgenden Merkmalen:

  • Frischer angenehmer Pilzgeruch.
  • Kein muffiger Gestank.
  • Unbeschädigte Oberfläche.
  • Keine fauligen oder schmierige Stellen.

Kräuterseitlinge, die nicht den oben genannten Kriterien entsprechen, solltest du auf keinen Fall roh essen. Erhitzt lassen sie sich aber in der Regel noch ohne Probleme verzehren. Vor der Zubereitung solltest du dann aber die betroffenen Stellen großzügig herausschneiden.

Wasche Kräuterseitlinge außerdem niemals mit Wasser, denn dann saugen sie sich wie ein Schwamm voll und verlieren ihre charakteristische Bissfestigkeit sowie das herzhafte Aroma.

Sind rohe Kräuterseitlinge giftig?

Zuchtpilze, die in Kulturen hergestellt werden und die du im deutschen Lebensmittelhandel kaufen kannst, sind nicht giftig. Hierzu gehören unter anderem Champignons, Shiitake, Austernpilze und auch die Kräuterseitlinge.

Achte jedoch beim Kauf von Kräuterseitlingen auf das Bio-Siegel – vor allem wenn du sie roh essen möchtest. Konventionell gezüchtete Pilze werden nämlich oft mit Fungiziden und Insektiziden behandelt. Schwermetalle oder radioaktive Stoffe sind nur bei Wildpilzen enthalten und spielen bei Zuchtpilzen zum Glück keine Rolle.

Wenn du eine zu hohe Menge roher Kräuterseitlinge isst, könnten sie dir unter Umständen ziemlich schwer im Magen liegen. Das ist ihrem hohen Gehalt an Ballaststoffen zu verdanken. Weitere Nebenwirkungen sind bei dem Verzehr von rohen Kräuterseitlingen aber nicht bekannt.

Sind rohe Kräuterseitlinge gesund?

Rohe Kräuterseitlinge können auf jeden Fall als Superfood bezeichnet werden. Die leckeren Speisepilze enthalten nicht nur 4 g Protein pro 100 g, sondern sind aufgrund des hohen Gehaltes der Vitamine B3 und B5 auch noch gut für unser Nervensystem.

Vor allem für Vegetarier und Veganer stellen Kräuterseitlinge eine sinnvolle Ergänzung des Speiseplans dar. Die Pilze gelten nicht ohne Grund als „Fleisch des Waldes“ und funktionieren wunderbar als pflanzlicher Fleischersatz.

Wer seinen Körper bereits an Rohkost gewöhnt hat, tut ihm mit dem Genuss von rohen Kräuterseitlingen noch etwas Gutes: Die bissfesten Pilze sind nämlich besonders reich an Ballaststoffen. Nur 200 g rohe Kräuterseitlinge enthalten etwa 15 g Ballaststoffe, was der Hälfte der empfohlenen Tagesdosis entspricht.

Diese Nährstoffe nimmst du mit nur 200 g rohen Kräuterseitlingen zu dir:

  • 8 g Protein
  • 15 g Ballaststoffe
  • 6 g Kohlenhydrate
  • 0 g Fett
  • 60 Kalorien

Wie du siehst, sind rohe Kräuterseitlinge nicht nur für die vegetarische und vegane Ernährung geeignet, sondern auch für low- und no-carb-Ernährungsformen.

Die vielseitigen Alleskönner sind reich an Proteinen, Ballaststoffen und Vitaminen, enthalten dabei aber kein Fett und so gut wie keine Kohlenhydrate. Kräuterseitlinge sind also echte Nährstoffbomben und der Begriff Superfood ist hier mehr als berechtigt.

Regelmäßig rohe Kräuterseitlinge zu essen ist gut für deinen Darm und dein Nervensystem. Außerdem hält das Sättigungsgefühl aufgrund der vielen Ballaststoffe besonders lange an, was auch noch gut für deine Figur ist.

Fazit: Kräuterseitlinge kann man roh essen – sollte es aber trainieren

Du weißt nun, dass rohe Kräuterseitlinge gut für deinen Körper und dein Wohlbefinden sind. Wenn du deinen Körper noch nicht an Rohkost gewöhnt hast, solltest du das step-by-step tun und nichts überstürzen. Ansonsten liegen dir die rohen Kräuterseitlinge wie Steine im Magen und du wirst keine Freude an dem Superfood haben.

Fange am besten klein an und hobel dir zunächst nur ein paar Scheiben roher Kräuterseitlinge über einen Salat oder in ein Sandwich. So gewöhnt sich dein Körper an die vielen Ballaststoffe der Pilze und du kannst die Dosis von Woche zu Woche erhöhen.

Gleichzeitig solltest du natürlich darauf achten, dich nicht ausschließlich von Kräuterseitlingen zu ernähren. Nur eine ausgewogene Ernährung kann zu den gewünschten Ergebnissen führen und dich deine Ziele erreichen lassen. Das ist dir aber wahrscheinlich bereits bewusst.

Auch wenn das regionale Superfood beim Erhitzen einige Vitamine einbüßt, ist es richtig zubereitet immer noch sehr gesund und schmeckt außerdem wirklich ganz fantastisch. Hier erfährst du, wie du Kräuterseitlinge richtig zubereitest.

Hast du schon einmal rohe Kräuterseitlinge gegessen? Teile deine Erfahrung gerne in den Kommentaren mit mir. Ich bin gespannt, wie du dich danach gefühlt hast und ob du die Pilze lieber roh oder zubereitet genießt.

Jonas Eichmann

Autor: Jonas Eichmann

Als leidenschaftlicher Foody bin ich täglich auf der Suche nach nützlichen und kuriosen Foodfakten. In diesem Blog teile ich meine Erkenntnisse mit dir.

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